Der deutsche Arbeitsmarkt normalisiert sich nach dem Corona-Einbruch wieder

Mit verschiedenen Instrumenten hat die Bundesrepublik Deutschland auf die Coronakrise reagiert. Unter anderem aufgrund der angepassten Regelungen zur Kurzarbeit entwickelt sich Deutschland im Vergleich europaweit gut.

Frische News gibt es mit der Verlängerung des Kurzarbeitergeldes, welches von dem Koalitionsausschuss beschlossen wurde. Auf Kritik reagierten Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Detlef Scheele, Chef der Bundesagentur für Arbeit, verteidigend und verweisen auf die aktuellen Erfolge. Laut Heil ist der deutsche Arbeitsmarkt in Bezug auf die Coronakrise „nach wie vor sehr robust und wacker“.
Bei der Präsentation der aktuellen Daten vom Arbeitsmarkt für den Monat August äußerte sich Scheele, dass es eine „Hochrisikooperation am offenen Herzen“ darstellen würde, wenn das Instrument der Kurzarbeit nicht weitergeführt werde. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit möchte dies nicht empfehlen.

Konkrete News vom Arbeitsmarkt zeigen, dass mit 2,96 Millionen arbeitslos gemeldeten Menschen ein leichter Anstieg von 0,1 Prozentpunkten gegenüber dem Monat Juli zu verzeichnen ist. Damit sind 45.000 mehr Menschen als im Vormonat und ca. 636.000 mehr Menschen als im Vorjahresmonat ohne Job.

Bei dem Insolvenzgeld ist laut Bundesagentur für Arbeit von deutlichen Mehrausgaben zu berichten, die befürchtete Pleitewelle blieb jedoch bisher aus.

Die Anzahl der Anträge für das Kurzarbeitergeld lag vom 01. bis 26.08.2020 bei lediglich 170.000, wohingegen diese Zahl im April in der Hochphase bei über acht Millionen Anträgen lag.
Für den Monat Juli geht Detlef Scheele davon aus, dass sich die Zahl der sich in Kurzarbeit befindlichen Personen bei unter fünf Millionen bewegt. Im April waren es knapp unter sechs Millionen, im Juni nach einem stetigen Rückgang noch 5,36 Millionen Menschen. Aufgrund der Abrechnungsfrist von drei Monaten für die Unternehmen sind noch keine aktuelleren Zahlen konkret. Der Chef des Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass 2,1 Millionen Arbeitskräfte durch das Kurzarbeitergeld gerettet werden konnten.

Die Koalition hat Ende August beschlossen, dass die Sonderregelungen zum erleichterten Zugang für das Kurzarbeitergeld ebenso wie die Bezugsdauer verlängert wurden. Das dazugehörige Gesetz, welches als „Beschäftigungssicherungsgesetz“ bezeichnet ist, soll am 16.09.2020 durch das Bundeskabinett verabschiedet werden.

Die Bundesagentur für Arbeit hat mit einem sehr hohen Defizit aufgrund der Coronakrise gerechnet. Da der Arbeitsausfall in Zusammenhang mit der Kurzarbeit bisher geringer als kalkuliert ausfällt, rechnet die Behörde mit einem Defizit von ca. 27 Milliarden Euro.
Aufgrund dieser Konstellation wird mit einem zusätzlichen Finanzbedarf von ca. zehn Milliarden Euro gerechnet. Dieser Betrag ist bis Ende 2021 einkalkuliert. Ab dem Jahr 2022 soll mit einem ausgeglichenen Haushalt gestartet werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.