Abmahnung erhalten – was kann ich tun?

Wahrscheinlich jeder, der bereits einmal eine Abmahnung von seinem Arbeitgeber persönlich oder auch schriftlich erhalten hat, kennt das mulmige Gefühl, dass einem in einer solchen Situation beschleicht. Falls auch Sie sich gerade in dieser Situation befinden, gilt es jedoch, nicht in Panik zu verfallen.

Ruhe bewahren, auch wenn es schwerfällt

Wichtig ist zunächst, die Abmahnung entgegenzunehmen, ohne sich sofort zu rechtfertigen. Was viele Menschen nämlich nicht wissen ist, dass eine abgemahnte Person nicht dazu verpflichtet ist, zu dem Vorgehen des Arbeitgebers Stellung zu nehmen. Das kann vor allem dann besonders schwerfallen, wenn Ihnen die Abmahnung in einem persönlichen Gespräch dargeboten wird. Versuchen Sie dennoch möglichst gelassen zu reagieren und bitten Sie höflich um etwas Bedenkzeit. Denn alles, was Sie in dieser Situation äußern und sei es nur im Affekt aus einer Emotion heraus, könnte später gegen Sie verwendet werden. Das ist auch der Grund, warum Sie außer einem Formular, in dem Sie bestätigen, die Abmahnung ausgehändigt bekommen zu haben, nichts unterzeichnen sollten.

Welchen Grund gibt es für eine Abmahnung?

Eine Abmahnung besitzt sowohl eine sogenannte Hinweisfunktion, als auch eine Warnfunktion. Sie werden mit einer Abmahnung also darauf hingewiesen, dass Sie arbeitsvertragliche Pflichten nicht erfüllt oder gegen diese verstoßen haben und somit vor einem erneuten Fehlverhalten gewarnt, ansonsten droht die Kündigung.

Haben Sie eine Verwarnung erhalten, hat diese jedoch noch lange keine weiteren Folgen. Dennoch gilt es eine Abmahnung selbstverständlich nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Ihr Arbeitgeber wird nun höchstwahrscheinlich weitere Hinweise für Ihr unangebrachtes Verhalten finden wollen, um Sie eventuell im nächsten Schritt kündigen zu können oder Sie erneut abzumahnen.

Versuchen Sie daher gezielt Beweise dafür zu finden, dass Sie richtig gehandelt haben und vermitteln Sie glaubhaft, warum es Ihnen zum Beispiel wirklich nicht möglich war, Aufgaben zu erfüllen, bzw. zeigen Sie auf, was Sie stattdessen gemacht haben.

Richtig auf eine Abmahnung reagieren – Das können Sie tun

1. Verfassen einer Gegendarstellung

In einer Gegendarstellung halten Sie Ihre Sicht der Dinge schriftlich fest, wobei auch hier etwaiges Fehlverhalten keinesfalls zugegeben werden sollte.

Von dieser Vorgehensweise kann Ihnen jedoch von juristischem Standpunkt aus nur abgeraten werden. Denn Ihr Chef könnte sich von Ihnen nicht ernst genommen fühlen und somit erst recht versuchen, Sie zu kündigen. Auch vom Hinweisen auf mögliche Fehler in der Abmahnung gilt es dringend abzusehen, da ansonsten eine fehlerfreie und somit rechtsgültige Variante die Folge sein könnte.

Gerichtliche Prüfung der Abmahnung

Auch diese Möglichkeit ist nicht wirklich empfehlenswert, es sei denn, Sie haben nicht vor noch länger für besagten Arbeitgeber tätig zu sein. Zwar können Sie Ihren Chef mit diesem Vorgehen dazu verpflichten, die Abmahnung aus Ihrer Personalakte zu löschen, falls diese Rechtswidrigkeiten aufweisen sollte, allerdings wird sich das Arbeitsklima durch auf diese Weise wohl nicht verbessern und eine rechtskonforme Abmahnung gefolgt von einer Kündigung ist vielleicht ebenfalls das Ergebnis.

Eingeständnis der Schuld

Wissen Sie selbst, dass Sie sich nicht richtig verhalten haben und die Abmahnung daher gerechtfertigt war, ist eine schriftliche Entschuldigung meist die richtige Lösung. Damit diese Möglichkeit der Reaktion nicht zu Ihrem Nachteil ausgelegt werden kann, sollten Sie einen Anwalt Winterthur beim Verfassen einer solchen zurate ziehen.

Lassen Sie die Zeit für sich arbeiten!

Reagieren Sie zunächst nicht auf die Abmahnung, wird das Arbeitsklima nicht weiter belastet und Sie stellen somit vielleicht sogar durch Ihren weiteren Arbeitseinsatz unter Beweis, dass die Verwarnung gar nicht gerechtfertigt war.

Sollten weitere Abmahnungen und/oder eine Kündigung folgen, haben Sie die Möglichkeit, einen Kündigungsschutzprozess zu beginnen. In diesem Fall wird es Ihnen nämlich egal sein, ob Ihr ehemaliger Arbeitgeber Ihr vorgehen als Provokation empfindet, da Sie sowieso nicht länger für diesen tätig sein werden.

Außerdem führen häufig kleine Fehler in den verfassten Abmahnungen dazu, dass sie rechtswidrig sind. Lassen Sie diese daher unbedingt von einem Anwalt überprüfen, statt Ihren (ehemaligen) Arbeitgeber selbst darauf hinzuweisen. So haben Sie nämlich gute Chance, den Prozess als Gewinner zu verlassen.

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